Die Geburt ist für die meisten Frauen eine körperliche und emotionale Herausforderung. Der Körper wird häufig bis zu seinen Grenzen gebracht. Es ist kein Geheimnis, dass eine Geburt als sehr schmerzhaft empfunden wird. Viele Frauen fragen deswegen auch häufig nach starken Schmerzmitteln. Als Hebamme habe ich dies oft erlebt.

Allerdings habe ich auch festgestellt, dass Frauen viel besser mit den Schmerzen klar kommen, wenn sie eine gute Unterstützungsperson an ihrer Seite haben. Dies kann der/ die Partner/in sein, eine gute Freundin, Mutter, Schwester, andere Familienmitglieder oder gar die Hebamme. Wichtig ist es, dass die Frau sich gehört, verstanden und respektiert und sicher fühlt. Der Wehenden und ihrem Baby sollte die gesamte Aufmerksamkeit gegeben werden. Oft fühlen sich Unterstützer machtlos gegenüber den Kräften der Geburt. Die meisten Frauen berichten, dass allein die Präsenz der vertrauten Person bei Ihnen bereits Wunder bewirkt hat, da dadurch ein Gefühl des tiefen Vertrauens und Muts ausgestrahlt wurde. Die Hand einer Gebärenden zu halten, ihr tief in die Augen zu schauen und ihr dadurch Kraft zu geben, ist eines der stärksten Schmerzmittel überhaupt.

Über die Jahre habe ich viele Frauen erlebt, die im Geburtsraum alleine gelassen wurden. Angeschlossen an einem CTG (kindlicher Herztonmonitor) wurde der Geburtsverlauf häufig vom Büro aus per Computer beobachtet. Dies dient dazu, dass unterbesetzte Hebammen und Ärzte viele Frauen gleichzeitig betreuen können. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass diese Frauen viel häufiger nach Schmerzmitteln oder gar einer PDA (Peridualanästhesie) fragen. Hingegen persönlich betreute Gebärende vertrauen ihrem Körper und Kind mehr, lassen sich mutiger vom Geburtgeschehen tragen und entbinden häufiger auf natürliche Weise.​

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